Ich nutze ebenfalls Steam. Teilweise weil einem bei bestimmten Spielen nichts anderes übrig bleibt (Half-Life 2, Portal, F.E.A.R. 2 etc.) und teilweise auch weil es dort, wie schon angesprochen, wirklich sehr günstige Schnäppchen gibt. Für zwei Euro kann ich über einige Nachteile von Steam hinwegsehen.
Steam bietet auch viele Vorteile, wie z.B. automatisches Patchen der Spiele, Spielen ohne Datenträger im Laufwerk (klarer Vorteil bei einem Netbook!), kann auf mehreren Rechnern benutzt werden.
Allerdings überwiegen für mich trotzdem die Nachteile. Alle Spiele sind an einen Account gebunden und können somit nicht mehr verkauft werden. Der Account selbst darf auch nicht verkauft werden. Selbst das "Ausleihen" der Spiele ist nicht einfach, es sei denn, man vertraut seinem Kumpel das Passwort für den Account an, so dass er sich einloggen und alle Spiele eines Accounts spielen kann.
Außerdem kommt noch hinzu, dass man der Willkür der jeweiligen Publisher ausgesetzt ist. So ist es in der Vergangenheit schon vorgekommen, dass man als deutscher Spieler ausgeschlossen wird (Saint Row 2), wenn der Publisher der Meinung ist, dass man als Deutscher ein bestimmtes Spiel nicht spielen soll.
Oder Spiele werden nachträglich geschnitten, wie das wohl bei Half-Life 2 vorgekommen sein soll (plötzlich schwarzes Blut anstelle von rotem Blut, etc.)
Ich will damit nur sagen, dass die Betreiber (Valve und die jeweiligen Publisher) theoretisch eine immense "Machtstellung" gegenüber der User einnehmen. Falls es zu Änderungen oder Beschneidungen kommen sollte, kann man nicht wirklich viel dagegen tun. Man ist irgendwie abhängig von Steam. Ein Beispiel ist Alien vs. Predator. Da hieß es zuerst, dass man als deutscher Spieler noch nicht mal eine importierte Retail-Uncut-Version aus dem Ausland benutzen könnte. Zum Glück bewahrheite sich das nicht. Aber was ist denn, wenn man in Deutschland auf einmal ein Gesetz erlässt, dass das Spielen solcher Spiele unter Strafe setzt. Dann wird das bei Steam ganz schnell umgesetzt und auf einmal kann ich viele meiner teuer bezahlten Spiele nicht mehr spielen, weil sie aus meinem Account gelöscht werden.
Ich habe eben das Gefühl, nicht zu 100 % über meine Spiele zu verfügen.
Anders sieht das aus, wenn ich Spiele entweder direkt beim Hersteller als Download kaufe oder eine Vertriebspalttform wie Direct2Drive oder Gog.com wähle.
Der Vorteil dieser Varianten ist klar. Die meisten Indie-Publisher bieten ihre Spiele DRM-frei an (z.B. Braid, World of Goo, VVVVVV, Crayon Physics Deluxe etc.). Außerdem ist der Gewinn für sie höher, wenn kein Zwischenhändler mit verdient.
Bei Direct2Drive bekommt man solche Indie-Spiele u.U. sogar noch etwas günstiger. Ich habe dort z.B. das Spiel Gogs gekauft. Dort ist es DRM-frei im Gegensatz zu Steam. Dort bekommt man das Spiel auch aber es ist an einen Account gebunden, also nicht DRM-frei.
Zuletzt sei noch GOG.com erwähnt. Dort bekommt man viele alte Spiele-Perlen als DRM freien Download. Leider nur als englische Versionen. Der Vorteil ist, dass man diese Spiele sogar ohne Datenträger im Laufwerk auf einem Netbook spielen kann. Ich habe mir dort Heroes of Might and Magic III Complete gekauft. Es war mir vorher nicht möglich das Spiel auf dem Netbook zu Laufen zu kriegen (selbst eine No-CD Exe war nicht zu finden)
Vollpreisspiele würde ich allerdings nicht als Download kaufen. Ich bevorzuge immer einen physikalischen Datenträger, eine schöne Verpackung (selbst ein DVD-Case kann schön sein

) und ein gedrucktes Handbuch.
Zuletzt möchte ich noch kurz auf die neuen PC-Spiele von Ubisoft eingehen. Diese Spiele (Assassin's Creed II, Silent Hunter V) werde ich mir nicht kaufen auch wenn es weh tut. Ich weiß auch noch nicht, ob ich bei einem neuen Heroes of Might and Magic-Teil wirklich nicht doch zugreife aber im Moment finde ich es eine bodenlose Frechheit, wie man mit ehrlichen Kunden umgeht.
Die neuen Spiele von Ubisoft funktionieren nur mit bestehender Internetverbindung. Ein Konto muss natürlich auch noch bei Ubisoft und Windows Live erstellt werden. Ein Assassin's Creed mit Steam-Verknüpfung hätte ich noch akzeptiert (dort kann man wenigstens im Offline-Modus ohne Internetverbindung spielen)
Aber Irgendwann muss einfach Schluss sein mit der Bevormundung beim Spielen auf dem PC.